14. Juni 2026 · Figuren · 5 Min. Lesezeit
Claudio Brenner: Vom Kriminalhauptkommissar zum Privatier
Claudio Brenner ist kein Mann für große Auftritte. Jahrzehnte beim Kölner Kriminalkommissariat haben ihn gelehrt, dass die Wahrheit selten laut ist — und dass sie ihren Preis hat. Als die Corona-Jahre auch vor der Polizei nicht haltmachten, zog er die Konsequenz: Dienstausweis abgegeben, Koffer gepackt, ab nach Grado.
Was ihn umtreibt, ist nicht der Ehrgeiz, sondern die Unfähigkeit, wegzusehen. Als die rätselhafte E-Mail ihn erreicht — jemand behauptet, der Tote aus der Lagune sei selbst ein Mörder —, ist es genau diese Eigenschaft, die ihn zurückholt in ein Leben, das er hinter sich lassen wollte.
Mir war wichtig, dass Brenner keine Überfigur ist. Er irrt, er zweifelt, er stößt an Grenzen — dienstliche wie private. Gerade weil er kein Amt mehr hat, ermittelt er auf eigene Rechnung: ohne Schutz, ohne Befugnisse, aber auch ohne Rücksicht auf Dienstwege und politische Erwägungen.
Das macht ihn gefährlich für diejenigen, die etwas zu verbergen haben. Und es macht ihn verwundbar — denn diesmal steht mehr auf dem Spiel als ein Fall. Es geht um sein persönliches Umfeld.
Ob Claudio Brenner zurückkehrt? Die Lagune hat noch viele Geheimnisse. Ich arbeite bereits am nächsten Fall.
Christian Becker
Autor von „Das Video — Claudio Brenner ermittelt privat“ (Impian Verlag)
